Schneeengel ist ein tolles Winterwunderwort. Winterwunder wiederum ist genau das richtige Wort, um mein viertes Adventswochenende zu beschreiben. Ich bin gerade frisch zurückgekehrt von einem Wochenendbesuch an meinem Lieblingsplatz. Ich war mal wieder Meer sehen. weiterlesen »
Heute ist es nun endlich soweit. Der lang erdachte protzwort.de Relaunch wird gefeiert.
Angemessen feierlich möchte ich die Gelegenheit nutzen mich hier nun also nach über einem Jahr wieder zu Wort zu melden. Das Wort mit dem ich mich melde ist natürlich passender weise ein protzwort. Das protzwort des Tages und erstes protzwort der hiermit beginnenden neuen Ära dieses Blogs ist Ausbaldowern. Das ist so schön passend weil im Zuge des Relaunch so einiges ausbaldowert wurde und in nächster zeit noch einige weitere Sachen ausbaldowert werden. weiterlesen »
Pünktlich zum jetzt bald zweijährigen bestehen dieses Blogs melde ich mich nun auch offiziell, endgültig zurück.
Wie das geht und wieso das geht? So wie immer und doch ganz anders halt.
Und weil sich grad eh alles jährt und jubiliert lasse ich es mir trotz der schon recht weit fortgeschrittenen Monde nicht nehmen zu wünschen das dieses ein für euch alle gutes Jahr ist. Das ihr zufrieden, glücklich und hoffentlich auch gesund seid. Denn so was kann und sollte man doch eigentlich immer wünschen. weiterlesen »
Nachdem ich jetzt eine ganze Woche aus Zeit-/ Ruhemangel nicht geschrieben habe wollte ich jetzt eigentlich wenigstens Chronologisch vorgehen um die ganzen Ideen die ich in der Zeit hatte und die ich teilweise auch in Stichworten festgehalten habe abzuarbeiten. Aber auch hier kommt es anders, zuerst muss ich nämlich aus gegebenem Anlass verkünden:
Es weihnachtet sehr!
Das ganze Haus duftet heute nach frisch gebackenen Weihnachtsstollen. Dieses Jahr ist mon cher père die Erinnerung gekommen, dass die früher in einer bestimmten form gelegt und nicht nur gefaltet wurden um die typischen Stollen zu erhalten. Nach einem kurzen nachlesen sind so also zwei der Stollen als Böhmischer Striezel produziert worden. Das heißt neun Teigstreifen werden zu je einmal 4, 3 und 2 Streifen miteinander verflochten und die Geflechte anschließend aufeinander geschichtet. Das sieht echt klasse aus und nach dem backen waren sie auch genau richtig. Ich bin mal gespannt ob die auch so gut schmecken wie sie aussehen, aber das muss ja noch 2-3 Wochen warten, so lange müssen Stollen schließlich vor dem Verzehr liegen.
Warum ich das alles schreibe? Ganz einfach, die Antwort liegt quasi fast auf der Hand. Ich finde Striezel ist ein klasse Wort! Das ist in den hiesigen Bäckereien völlig zu unrecht vom profanen Zopf abgelöst worden. Es sollte nach wie vor Hefestriezel und nicht Hefezopf heißen genauso verhält es sich mit dem Mohnstriezel. Schließlich hieß mindestens der Dresdener Weihnachtsmarkt früher eben nicht Weihnachtsmarkt sondern Striezelmarkt.
Ganz nebenbei ist Striezel auch ein vom Pech verfolgter kleiner Habicht Freund von Tick, Trick und Track. Mit vollem Namen heißt er Striezel Streunecke, ist obdachlos, lebt neben einer Bahntrasse und stellt immer jede menge Unfug an, die ihn in die übelste Situationen bringen. Wobei ich keine Ahnung habe ob es die Figur heute noch gibt… Mensch bin ich alt
Das heißt jetzt nicht das über den Tag verteilt nicht doch der eine oder andere Kaffee geht, aber es heißt das den ganzen Tag über immer eine frische Kanne heißen Tees griffbereit auf dem Stövchen steht. Beim zubereiten desselbigen fallen mir dann immer zwei Dinge auf, zum einen das ich so langsam die Vorräte an verschiedensten Teesorten mal in einen größeren Schrank auslagern müsste, der derzeit okkupierte ist schon fast übervoll, und zum anderen begeistert mich das ein ums andere mal immer wieder das schöne Wort Ziehzeit.
Ich denke das ist auch der einzige Nachteil den ich am Kaffeetrinken vielleicht noch finden könnte wenn ich mir viel Mühe gebe, das Wort Ziehzeit wird da nun mal nicht benötigt.
Wie auch immer, für mich steht fest, dass Ziehzeit ein ausgesprochen schönes, rundes dynamisches Wort ist. Ganz im Gegensatz zu beispielsweise Kartoffel oder Grütze.
Wenn man jetzt philosophisch werden wollen würde, könnte man an hier jetzt einen Bogen zu merkwürdigen Abstraktionen bezüglich der Ziehzeit des Lebens schlagen. Ich beschränke mich an dieser Stelle jedoch lediglich auf die Feststellung, dass es Ziehzeit im wirklichen Leben, abseits des Tees, durchaus auch gibt.
Das sind diese Tage die scheinbar nie vorbei gehen wollen. Auf solche Zeitphänomene trifft man ausschließlich dann, wenn man gerade auf etwas wartet. Das wohl zuverlässigste Ziehzeit Phänomen ist glaube ich für Kinder von 3-12 Jahren am 24.12., um genau zu sein am vormittag des Heiligabend, anzutreffen. Für den Erwachsenen an und für sich soll es angeblich manchmal so was wie Ziehzeit zwischen den Urlauben geben. Und für mich… ja ich hab glaub ich schon länger auf nichts mehr gewartet (ich lasse lieber warten
) Abgesehen von meinem Tee natürlich, aber dabei handelt es sich ja genau genommen nicht um meine Ziehzeit sondern um die vorgeschriebene Ziehzeit des Tees.
Obwohl, doch ich warte auch manchmal auf die Deutsche Bahn. Da gibt es des Öfteren Ziehzeit statt Zugzeit. Aber mir kommt es trotzdem im Großen und Ganzen so vor als ob die Zeit nur so verfliegt. War nicht grad erst Sylvester?
Das war ein soignierter Abend. Auf der Heimreise nach einem sehr genehmen, um nicht sogar zu sagen angenehmen Tag; der seine Krönung im gemütlichen, wundervoll lachintensiven Abend mit Unmengen „weißt du noch“ ähnlichen Anekdoten die zu noch mehr lachen führten fand; kam mir dieses vor geraumer Zeit entdeckte Protzwort wieder in den Sinn und ich kann es jetzt unmöglich noch länger vorenthalten.
Soigniert heißt gehoben, elegant, gepflegt, stilvoll und leitet sich aus dem französischen von soigné ab. Ich sehe in diesem Wort unglaubliches potential. Chillen oder Party machen kann schließlich jeder, aber was dagegen mal so ein richtig soignierter Abend ist…
Das soigniert ein durch und durch echtes Protzwort ist bestätigt auch der Duden auf traurige weise. In der 24. Auflage ist es nämlich als veraltet gekennzeichnet und steht somit auf der roten Liste der deutschen Sprache.
Also: sich einfach mal öfter einen soignierten Abend gönnen oder soigniert ein Bierchen trinken gehen und diesem wirklich feinen Wort auf so soignierte weise das Leben retten!
Ging man essen und hat mir auch etwas mitgebracht, nämlich ein neues Wort: „Sahneabdeckseiden“. Die lagen da wohl so rum.
Man könnte sich ganz spontan Fragen „Was macht die Sahne in der Pizza?“ und kommt dann super fix zu dem Schluss: gar nix. Die Sahneabdeckseide ist für andere Aktionen wichtig. Beispielsweise um den Genuss von in Mayonnaise aufgeweichten Pommes, die für den Heimverzehr gedacht sind, nicht auch noch um die Geschmackskomponente Papier zu ergänzen. Da legt sich dieser Hauch eines fett abweisenden und gleichermaßen geschmacksneutralen etwas über die oberste schicht, also die Mayonnaise, und dann erst wird der Deckel endgültig zugemacht. Eigentlich ganz clever.
Sahneabdeckseide war früher in der Bäckerstube des Sonntags (damals vor vielen Jahren als die am Sonntag nur am Nachmittag geöffnet hatten) eigens dafür vorgesehen die frische, auf kunstvolle weise in eine kleine Plastikschale abgefüllte, geschlagene Sahne beim einschlagen ins Tortenpapier von ebendiesem getrennt zu halten. Alle Sahnetortenstücke der Sonntagssahnetorte wurden fachgerecht ebenfalls einzeln mit Sahneabdeckseide umhüllt. Das ersparte der Hausfrau viel Mühe beim auftragen des verzuckerten Naschwerks auf den Sonntagskaffeetisch.
Zugegebenermaßen ist sahneabdeckseiden nun ein Wort bei dem es selbst mir schwer fällt auf einen sinnvollen Grund zur Anwendung im Alltag zu Sinnen. Hinzukommt, dass ich nur sehr selten beim Bäcker Sahne kaufe, das letzte Mal war glaub ich als ich zwölf war. Aber unsinnige Gründe gibt es sicher viele. Beispielsweise wenn irgendwas nicht klappt, egal in welchem Metier (haben ja gelernt, dass sahneabdeckseiden ein sehr vielfältiger Gebrauchsgegenstand sind): „Das wäre bestimmt nicht passiert wenn Sahneabdeckseiden da gewesen wären.“.
Ich persönlich würde mir ja vorsichtshalber sogar welche kaufen, habe schließlich schon in früher Kindheit von Tick, Trick und Track gelernt: „Man weiß ja nie wozu man sie gebrauchen kann.“ (auch wenn das eher im Kontext von Sahnebonbons und Bindfäden stand), aber Sahneabdeckseiden werden nur in 1000er Packungen verkauft und das ist dann doch ein bisschen viel.
Mich würde interessieren ob der Vertreter für Sahneabdeckseiden, der als erster auf die Idee kam auch Imbissbuden mit diesen Papieren zu beliefern, damit wohl reich geworden ist. Ansonsten für interessierte noch der Hinweis: die website auf der man Sahneabdeckseiden käuflich erwerben kann bewirbt ihre Produkte jeweils schön bebildert und bietet auch brutalere Dinge wie z.B. den Bäckereinschlag an. Äh ja, das ist dann auch alles was ich dazu sagen kann.
Aber das ist jetzt gerade eigentlich gar nicht so spannend, beziehungsweise kann man sich ja bei bedarf jederzeit selber anhören. Viel spannender finde ich, was die Menschen im Norden selber so sagen. Ich war mal wieder an der Nordsee (und sollte dringend aufpassen mich nicht zu oft zum Songtext anreißen verleiten zu lassen) und habe mir viele kleine Inspirationen mitgebracht. Eine davon darf heute hier ihren Auftritt haben.
Es gibt da ein kleines Café direkt am Kanal, an einer frisch modernisierten Schleuse, idyllisch gelegen. Wobei ich gar nicht weiß ob das korrekt ist es als Café zu bezeichnen, wo in jenen Landen doch hauptsächlich Tee getrunken wird (Deshalb konnte man dort auch als nicht Teetrinker, nach dem zweiten WK durch geschickte Tauschgeschäfte fast ebenso reich werden, wie durch Zigaretten Handel). Ich glaub ich nenn es darum jetzt auch lieber Teehaus. Wie dem auch sei, ebenjenes heißt Kukelorum. Und neugierig wie ich bei so was nun mal bin habe ich die ortsansässige anwesende Verwandt- und Bekanntschaft mal gefragt was das denn nun bitte heißen möge. Die erfahrenen Semester haben auch von beginn an in die richtige Richtung vermutet und letztendlich sogar extra vorm Teetrinken noch ins Plattdeutsche Wörterbuch geschaut.
Dort wurde man fündig und ich kann deshalb verkünden: Kukeloren heißt „Ausschau halten, Spähen“. Kukelorum war wohl früher aus irgendeinem Grund ein wichtiger Ausschaupunkt. Macht ja auch Sinn, was damals so alles auf den Kanälen unterwegs war…allein schon der Schimmelreiter und der Klabautermann zum Beispiel, aber das ist eine andere Geschichte.
Man sollte einfach nie annehmen, dass etwas ohne Grund seinen Namen trägt. Das tue ich schließlich auch nicht. Ich werde dann mal weiter nach schönen Wörtern kukeloren!









